Raus aus dem Schmerz, zurück ins Leben!

KJF Klinik Sankt Elisabeth ist Kooperationspartner beim Forschungsprojekt PAIN2020
Dr. Sonja Lisch, Leitende Ärztin des interdisziplinären Schmerzzentrums an der KJF Klinik Neuburg (Bild: KJF/Thomas Bauch)
Dr. Sonja Lisch, Leitende Ärztin des interdisziplinären Schmerzzentrums an der KJF Klinik Neuburg (Bild: KJF/Thomas Bauch)
29. Juli 2020

Patientenorientiert. Abgestuft. Interdisziplinär. Netzwerk – im Interdisziplinären Schmerzzentrum (ISZ) der KJF Klinik Sankt Elisabeth bietet Dr. med. Sonja Lisch für die Region ein besonderes Konzept der Schmerzbewältigung an. Schmerz ist nicht gleich Schmerz. Wer sich aus Unachtsamkeit anstößt oder nach dem Sport ein paar Tage Muskelkater hat, lässt sich trotz der momentanen Beeinträchtigung nicht unterkriegen. Denn man weiß: Das geht vorbei. Doch Schmerzen, die schon eine längere Zeit zum Leben gehören und es möglicherweise bereits erheblich einschränken, haben eine ganz andere Qualität.

Je früher man etwas Wirksames gegen solche gravierenden Schmerzen unternimmt, desto geringer ist die Chance, dass sie chronisch werden – also auch nach der Heilung der ursprünglichen körperlichen Beeinträchtigung andauern und sich damit zu einer eigenen Erkrankung entwickeln. Dies hat die Deutsche Schmerzgesellschaft e. V. in Zusammenarbeit mit einigen Universitätskliniken und der Barmer Ersatzkasse dazu bewogen, das deutschlandweite Forschungsprojekt „PAIN2020“ ins Leben zu rufen.

In der Region 10 ist das Interdisziplinäre Schmerzzentrum (ISZ) an der KJF Klinik Sankt Elisabeth mit der Ärztlichen Leiterin Dr. Sonja Lisch als PAIN2020-Zentrum ausgewiesener Kooperationspartner. „Die Aktion PAIN2020 läuft bei uns in der KJF Klinik Sankt Elisabeth bereits seit einem Jahr“, erläutert Dr. Sonja Lisch. „Die Erfahrung zeigt, dass die meisten Patienten von diesem Check-up auf höchstem medizinischem Niveau profitiert haben. Deshalb sind alle Schmerzgeplagten in unserer Region und die niedergelassenen Ärzte dazu eingeladen, von dieser umfassenden und fundierten Sicht auf den Patienten und seine ganz persönliche Schmerzsituation zu einem frühestmöglichen Zeitpunkt im Schmerzgeschehen zu profitieren.“

Therapeutisches Konzept

Erwarten können die Patienten bei PAIN2020 unterschiedliche Möglichkeiten der Untersuchung und Therapieplanung. Da sich an PAIN2020 ein deutschlandweites Forschungsprojekt anschließt, sind diese beiden Wege, die Patienten zufallsbedingt zugewiesen werden und trotzdem jeweils in einer knappen Woche nach dem Erstkontakt zur Verfügung stehen, wichtig für die Fortentwicklung und Optimierung der Schmerztherapie in Deutschland. Teilnehmer erklären sich bereit, an diesem Forschungsprojekt und der zentralen Datenauswertung zwei Jahre nach Abschluss der PAIN2020 Therapie mitzuwirken.

Über einen Zeitraum von bis zu zehn Sitzungen – einmal pro Woche – werden speziell auf den Patienten zugeschnittene Therapie-Einheiten wie Medikation, Entspannung, Bewegung und andere lebensstilverändernde Maßnahmen angeboten; Ziel ist, ein vertieftes Verständnis für die Schmerzentstehung und Schmerzbewältigung zu erreichen. In einer Gruppe von acht bis 12 Personen – am Neuburger ISZ könnte man auch in einer kleinen Gruppe mit vier Personen starten – steht ein schmerztherapeutisch ausgebildeter Arzt oder ein schmerztherapeutisch qualifiziertes Team für diese PAIN2020 Therapie zur Verfügung.

Es geht um eine effektive Verbesserung der persönlichen Lebenssituation

„Was mich dabei besonders begeistert, sind die kurzen Wartezeiten, die aufeinander abgestimmten Untersuchungen und der interdisziplinäre Ansatz“, so Dr. Sonja Lisch, Ärztliche Leiterin des Interdisziplinären Schmerzzentrums an der KJF Klinik Sankt Elisabeth. „Hier liegt der Blickpunkt ganz eindeutig auf dem Patienten mit seiner individuellen Geschichte. Es geht nicht um schnelles Operieren oder unnötige Behandlungen, die Zeit und Geld kosten. Es geht um eine effektive Verbesserung der persönlichen Lebenssituation. Und nebenbei gestalten Patientinnen und Patienten nicht nur Ihre persönliche Zukunft mit, sondern sind auch an einer maßgeblichen Entwicklung der Schmerztherapie in Deutschland beteiligt. Ich kann nur sagen: Kommen Sie zu uns – machen Sie mit!“

Kontakt: Informationen zum Thema finden Sie unter www.pain2020.de. Für eine Kontaktaufnahme oder weitere Infos steht das Team der Ärztlichen Leiterin Dr. Sonja Lisch im Interdisziplinären Schmerzzentrum der KJF Klinik Sankt Elisabeth zur Verfügung unter Telefon 08431/54-2000 oder E-Mail: schmerzzentrum@sankt-elisabeth-klinik.de.

 

Was ist PAIN2020?

PAIN2020 ist speziell auf Patienten mit Schmerzen zugeschnitten, die sich in den letzten sechs Wochen nicht oder nur wenig gebessert haben – oder aber in den letzten beiden Jahren wiederholt auftraten. Dabei zielt PAIN2020 auf eine Verbesserung der Versorgungsqualität in ganz Deutschland ab. Die Teilnahme an diesem Forschungsprojekt ist für Versicherte der Barmer Ersatzkasse oder der KKH kostenlos; bei der Berufsgenossenschaft oder anderen Krankenkassen kann ebenfalls eine kostenlose Teilnahme gewährt werden.

Wenn sich Patienten unter den obigen Voraussetzungen für eine Teilnahme bei PAIN2020 entscheiden, erhalten sie kostenlos in einem patientenorientierten, abgestuften und interdisziplinären Behandlungskonzept Unterstützung aus einem therapeutischen Netzwerk.  Damit sollen sie lernen, mit ihren gesundheitlichen Problemen besser umzugehen und ihre Lebensqualität zu steigern oder zu bewahren.

 

Teilnahmebedingungen

Neben der persönlichen Schmerzsituation müssen im Alltag bereits starke Beeinträchtigungen durch eine sich ausbreitende Schmerzsymptomatik spürbar sein, die eine Vermeidung von körperlichen und sozialen Aktivitäten bedingen. Die Diagnostik muss außerdem – inklusive bildgebender Verfahren – abgeschlossen sein.

Schmerzpatienten, bei denen bereits eine chronische Schmerzerkrankung diagnostiziert wurde oder die länger arbeitsunfähig krankgeschrieben sind sowie sich im Prozess der (Teil-)Verrentung oder einer Anschlussheilbehandlung (Reha) befinden, können nicht teilnehmen. Außerdem darf nicht zusätzlich eine schwerwiegende körperliche Erkrankung vorliegen, die in der Bewegungstherapie eine Aktivierung verhindert. „Falls einer dieser Punkte zutreffen sollte, können die interessierten Patienten natürlich gerne bei uns im Interdisziplinären Schmerzzentrum eine schmerztherapeutische Behandlung im Rahmen der üblichen Versorgung angehen“, erklärt Dr. Sonja Lisch, Ärztliche Leiterin des ISZ an der KJF Klinik Sankt Elisabeth.

 

 

Katholische Jugendfürsorge der Diözese Augsburg e.V. (KJF)

Die KJF Augsburg ist einer der größten Anbieter für Gesundheits-, Sozial- und Bildungsdienstleistungen in Bayern. Seit 1911 bietet das Sozialunternehmen vor allem Kindern, Jugendlichen und Familien mit rund 80 Einrichtungen und Diensten Lösungen für die verschiedensten individuellen Bedürfnisse an: in der Kinder- und Jugendhilfe mit Kindertagesstätten, Stationären Wohnformen oder Erziehungs-, Jugend- und Familienberatung; in Berufsbildungs- und Jugendhilfezentren, durch Angebote für Beruf und Arbeit sowie Integrationsunternehmen und -dienste; in der Medizin mit mehreren Kliniken; in verschiedenen Schulen. Darüber hinaus bildet die KJF Augsburg kontinuierlich annähernd 500 Fachkräfte für soziale und medizinische Berufe aus.

Als christlicher Verband katholischer Prägung ist für die KJF und ihre rund 5.800 Mitarbeiter jeder Mensch wertvoll, unabhängig von Herkunft, Status, Religion oder Kulturkreis. Vorstandsvorsitzender ist Markus Mayer, Vorsitzender des Aufsichtsrates Domkapitular Armin Zürn.

Weitere Informationen zur KJF finden Sie unter www.kjf-augsburg.de. Aktuelle Videos gibt es im YouTube-Kanal auf www.youtube.com/kjfaugsburg.